Wenn durch die dpa verlautbart wird, dass der SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann es wäre, der die Einreise-Entscheidung Merkels begrüße, mag das mit dem entscheidenden Zusatz, dass er das im Gegensatz zum CSU-Generalsekretär, Andreas Scheuer, konstatiert hätte, schon stimmen. Doch hat er das niemals als Antwort auf Andreas Scheuer formuliert. Erst die Anordnung der verschiedenen Stellungnahmen des Redakteurs lässt einen Satz wie diesen beinahe human erscheinen: „In einer so außergewöhnlich dramatischen Situation ist es absolut richtig, den Menschen erst einmal Zuflucht zu gewähren.“ Das ganze Dilemma der Politik, das wesentlich Krisenverwaltung ist, steckt nicht zwischen den Zeilen, auch nicht zwischen den Wörtern, sondern einzig und allein im Partikel einmal. Großzügig gewährt irgendetwas irgendjemand zumindest temporär Zuflucht (und keinen Schutz). Und dort wo von den Menschen, sowie den Proletariern gesprochen wurde, war noch nie anderes als tätschelnde Verwaltung zu erwarten. Und wer tätschelt, weiß damit nur unter Beweis zu stellen, auch zuschlagen zu können. Sofern die Situation von Flüchtlingen auch weiterhin von solchen Leuten abhängig ist, bleibt sie prekär.
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