Währenddessen in Würzburg II

Über die neueren Patrouillengänge berichtet die Main-Post:

… sind überzeugt, dass mit den „Soldiers of Odin“ eine neue Gruppe von Neonazis in Würzburg Fuß fassen will. Sie beschreiben die Gruppe als Abkömmling der 2015 in Finnland gegründeten „Soldiers of Odin“, einer rassistisch motivierten Bürgerwehr, die sich rasch über ganz Skandinavien verbreitet hat.

„Soldiers of Odin“ distanzieren sich von „Soldiers of Odin“

Gröbel bestätigt die Herkunft. In Würzburg aber hätten sie sich distanziert von den Skandinaviern, die seien ihnen viel zu rechts. Gefragt, warum die „Soldiers“ hierzulande Namen und Emblem der Skandinavier übernehmen, antwortete er, eine Namensänderung käme teuer. Sie, die ihre Zugehörigkeit durch Logo und Frakturschrift auf T-Shirts und Jacken zeigten, müssten neue Kleidung anschaffen.

Auf ihrer Facebook-Seite behaupten die „Soldiers“, „viele bedürftige Deutsche“ würden nicht unterstützt, weil „das Geld für ,Nichtdeutsche‘ verschwendet“ werde. Damit konfrontiert sagt Gröbel, er distanziere sich davon. Vor zwei Wochen hat er den Text auf Facebook veröffentlicht.

Vieles spricht dafür, dass die „Sons of Odin“ auch in Würzburg Teil eines rechtsradikalen und rechtsextremistischen Netzwerks sind. So verbreiten sie ein Video der vom Verfassungsschutz beobachteten „Identitären Bewegung“. Gröbel war Mitglied der rechtsextremistischen „Kameradschaft Unterfranken“. Das sei er nicht mehr, sagt er, sie sei ihm „zu rechts“. Aber er verbreitet ihre Inhalte allerdings ebenso wie die der Neonazi-Partei „Der III. Weg“. Zahlreiche Facebook-Verbindungen Göbels und der „Soldiers“ weisen tief in die neonazistische Szene hinein.

Währenddessen bietet Jürgen Gröbel in den Kommentaren an, doch bei seinen Patrouillen mitzumachen. Völlig merkbefreit, könnte man jetzt denken. Aber wie ist es ihnen denn ergangen auf ihren Streifengängen?

Am vergangenen Samstag, spät am Abend, wurde in der Kaiserstraße die Luft dünn für die „Soldiers of Odin“ (Soldaten des nordischen Kriegsgottes und Göttervaters Odin). Augenzeugen berichten von zornigen Männern, die „richtig wild“ wurden beim Anblick der „Soldiers“. Neonazis vermutend, hätten sie ihre Jacken ausgezogen und weggeschleudert, drauf und dran, dem Quartett, drei Männern und einer Frau, an den Kragen zu gehen.

Die Schutzengel der „Soldiers of Odin“ kamen von der Antifa. Die, ein gutes Dutzend meist junger Leute, hatte die „Soldiers“ verfolgt, springend, tanzend und in Sprechchören vor Nazis warnend. Jetzt stellten sie sich schützend vor die Vier und besänftigten die aufgebrachten Angreifer. Die zogen ihre Jacken wieder an und gingen ihrer Wege.

Kann man sich schon denken, dass die gerne Geleitschutz hätten.

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6 Jahre (und 4 Monate) Grosses Thier

Nach dem Luther-Jahrestag, dem Lenin-Jahrestag und dem Trump-Jahrestag haben wir nunmehr, 13.11., den Thier-Jahrestag, der auch dieses Jahr wieder traditionsgemäss mit einem ausgiebigen Besäufnis begangen werden wird.

Vor 6 Jahren ging das erste Doppelheft in Druck. Damals schaffte man das noch nach circa 4 Monaten Vorbereitung, heute, wo das alles Routine hat, dauert es natürlich länger. Immerhin ist das neue Heft jetzt im Druck, wie man hört, und bald aus demselben heraus.

Take the hint, punk!

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Erster Nachtrag zur neueren „Stirnerkritik“

Von Jörg Finkenberger

Triggerwarnung: Antideutscher Szenescheiss

Nach unserer kurzen Entgegnung auf Gensler wegen der neuerlicher Glanzleistung, den alten H.G. Helms abzuschreiben und auf Gerhart Scheit anzuwenden, schulde ich immer noch den von mir versprochenen längeren Nachtrag. Ich fürchte nur, dieser Nachtrag müsste recht weit in die Tiefen der Neuen Linken führen. Das wird nicht in einem Aufwaschen gehen. Das ist nun mal der Preis, wenn man auf solchen Unsinn versuchen will, umfassend zu antworten. Ansonsten wäre man gezwungen, Zeile für Zeile einzeln zu widerlegen, und dann bringt man sich, gegenüber solchen Leuten, in den Nachteil: in der Zeit, die es kostet, den einen Unsinn zu widerlegen, lässt sich leicht das zehnfache an neuem Unsinn in die Welt plaudern. Ausserdem: die Zeit für so ein Zeug muss man auch erst einmal aufbringen; und erst recht die Motivation. Denn, und das macht die Sache so deprimierend sinnlos: ganz gelingen wird eine solche Übung nie, unser akademischer Betrieb produziert Leute wie Gensler immer wieder neu.

Fangen wir mal mit Adorno an. Ich behaupte in der Tat, er hat Helms‘ Werk nicht im Institut veröffentlichen lassen, weil es ihn entsetzte. Wie soll jemand wie Adorno nicht entsetzt sein, wenn man ihm eine solche gewaltsame Operation präsentiert, die allen Ernstes beansprucht, den einen „Eiterherd“ der deutschen Geistesgeschichte ausfindig gemacht zu haben? Von der krassen Metapher einmal abgesehen: einen! Nicht etwa die ganze Geschichte, sondern nur einen, gut identifzierbaren und isolierbaren „Eiterherd“. Etwas ganz ähnliches hatte, wenn man sich erinnert, zehn Jahre vorher schon Lukács in der „Zerstörung der Vernunft“ versucht. Hier ist es Schelling, der am Anfang einer Geschichte des „deutschen Irrationalismus“ stehen soll, die dann zu Hitler führt. Alle Überlegungen zu einer Dialektik der Aufklärung kann man sich natürlich in die Fuge streichen, wenn das so einfach ist: Schelling ist der Schuldige, Hegel aber z.B. (und auch, wofür der steht) ist freigesprochen. „Das geht aber/nicht (Hölderlin)“ (Adorno).

„Am krassesten wohl manifestierte sich in dem Buch ‚Die Zerstörung der Vernunft‘ die von Lukács‘ eigener“, schrieb Adorno 1958. Ich finde nun, er hat vollkommen Recht. Früher galt unter Antideutschen, in Ermangelung eigener Urteilsfähigkeit, ein Adorno-Zitat wie ein Beweis. Das war wahrscheinlich nicht gut. Aber wenn uns Gensler heute schreibt: „Adorno wird hier schon als Heiliger angeführt, an dem eine Kritik nicht zulässig sei. Dies aber verweist nur auf das eigene Autoritäre“, dann fragt man sich zweierlei: galt das denn schon 2013, als die Bahamas Dahlmann und Scheit in Bann tat für die Häresie, am Beispiel Sartre die kritische Theorie weiterentwickeln zu wollen? War nicht die Sünde Dahlmanns und Scheits die, freventlich Adorno kritisiert haben zu sollen? Und zweitens aber: was soll man denn tun, wenn man zufällig Gründe hat zu glauben, dass Adorno einmal doch Recht hat?

Nehmen wir vorerst zu Protokoll, dass nach Zeugnis Genslers die Fraktion Bahamas den angemassten und lächerlichen Anspruch, die adornitische Orthodoxie zu hüten, nunmehr endlich aufgegeben hat; so wie wir seinerzeit, 2009, erleichtert zu Protokoll nehmen durften, dass sie auf den Namen „Antideutsch“ verzichtet hat. Wir werden bei Zeiten darauf zurückkommen, wenn die Herren, wie sie das gewöhnlich tun, das nächste Mal das eine oder das andere, auf gefälschten Titel hin, doch wieder beanspruchen wollen.

Die Logik sowohl von Helms‘ Buch nun, als auch von Genslers Wiederaufbereitung, entspricht ganz der Methode Lukács aus den 1950ern. Sie hat in der Tat weniger mit dem Geist der kritischen Theorie zu tun als mit dem der Moskauer Prozesse. Adorno war das klar, seinen ehemaligen Musterschülern und heutigen Kritikern ja nun nicht so. Die Deformation der materialistischen Lehre setzt sich fort in die der marxistischen Kulturwissenschaften, und ganz offenschichtlich bis heute.

Oder nehmen wir die „Negative Dialektik“, das zweite Hauptwerk Adornos. Hier finden wir, im Hegel-Kapitel, ganze Passagen, in denen die einander widersprechenden Positionen Feuerbachs und Stirners, wie in einem Duett, immer und immer wieder gegeneinander kontrapunktieren, und sich damit als immer wieder aufeinander angewiesen zeigen; als partikulare Momente einer Wahrheit, die sich aber nicht durch einfach Addition aus beiden gewinnen lässt, und damit als unvollständig, und als unwahr. Bis in die Formulierungen hinein scheint die Polemik von 1845 wörtlich durch, die Kritiken und Antikritiken, selbst die unveröffentlichten Briefstellen, meistens (nicht immer) ohne Nennung der Namen; Stirner figuriert meistens als „der Nominalismus“. Der berühmte Einleitungssatz der „Negativen Dialektik“ selbst ist noch ein Kommentar zu dieser Konstellation.

Ich habe in „Staat oder Revolution“ die meisten der betreffenden Stellen aus der Debatte von 1845 zitiert; das war ein grosser Spass, der mich wochenlang aufgehalten hat. Ich hätte auch den bequemen Weg gehen können, dieselben Gedanken einfach aus der „Negativen Dialektik“ zu nehmen. Das hätte sicherlich weniger Anlass zu Widerspruch geboten, aber es hätte auch den historischen Prozess, in dem diese Gedanken in Gestalt gegnerischer Autoren auseinandertraten, unkenntlich gemacht. Dieser Prozess ist aber gerade der Zerfall des hegelianischen Rationalismus, den die Lukács-Schule sich müht zu restaurieren, und er mündet in die Nötigung, zum Materialismus überzugehen.

Und es geht ja, da hat Gensler tatsächlich Recht, nicht darum, Adorno zum Heiligen zu machen, als Beweis anzuführen, als Heilige Schrift zu benutzen; selbst ein wahres Wort wird toter Buchstabe, wenn nicht gelingt, aufzuzeigen, warum es wahr sein soll. Deswegen das ausführliche Zitieren dieser vergessenen oder unverstandenen Schriften. Man kann aber, wenn man das einmal getan hat, unmöglich jemals wieder einem derartigen Vorgehen wie dem Helms‘ zustimmen.

Statt dass ja Helms oder sein Nachfolger das Problem begreifen wollen, das „der Nominalismus“ aufwirft, und zwar das real gesellschaftliche Problem, das er zum Ausdruck bringt – stattdessen üben sie sich darin, den Überbringer der Botschaft zu denunzieren. Statt, wie das z.B. auch Adorno tut, die miteinander unversöhnten, aber doch untrennbaren Positionen aufeinander zu beziehen, und aus dieser Konstellation die ganze vertrackte, recht eigentlich katastrophale Lage der Dinge darstellen zu wollen – stattdessen benennen sie eindeutige Schuldige, nämlich etwa denjenigen, der unter den Junghegelianern am nachdrücklichsten gezeigt hat, dass es so einfach mit der gesellschaftlichen Synthesis nicht geht, wie es der Hegelianismus und die bürgerliche Aufklärung sich vorgestellt haben. Das ist es übrigens, was Adorno mit dem „Hasen“ gemeint haben dürfte, den Stirner als erster aus dem Sack gelassen hat. (Ich sage das auch, weil der Hase oder zumindest vergleichbares, jedenfalls aber keine Katze, an einer anderen Stelle noch einmal vorkommt.)

Das Maß an Unaufrichtigkeit, oder besser Verblendung, wie es einem bei Helms, oder Gensler, entgegentritt, erfüllt einen mit, nun ja, Entsetzen. Man beginnt, zu begreifen, was Adorno gemeint hat, als er von der Zerstörung von Lukács eigener Vernunft sprach. Und dann braucht man nicht mehr lange raten, warum Helms‘ Buch nicht im Institut veröffentlicht wurde, gerade in den Jahren, in denen Adorno die „Negative Dialektik“ schrieb.

Man muss dazu gar nicht auf den von Gensler dankenswerterweise angeführten Bernd Laska verweisen. Der kommt aus anderen Gründen und auf ganz anderen Wegen zu einem ähnlichen Ergebnis, was den historischen Hergang betrifft, auch wenn er den philosophischen Punkt, mit dem ich argumentiere, überhaupt nicht ernstnimmt. Aber man darf auch das Manöver zur Kenntnis nehmen, mit dem Gensler Laska sofort als „nicht satisfaktionsfähig“ erklärt; aus keinem anderen Grunde, als weil Laska sich bisher wirklich als einziger mit dieser Frage historisch befasst hat. Und weil er der einzige war, deswegen ist das natürlich „obsessiv“, und deswegen nicht ernstzunehmen. Man muss ja wirklich verrückt sein, wenn man etwas sagt, was nicht alle anderen schon immer gesagt haben. Das ist zwar ein Taschenspielertrick der dümmeren Sorte, aber so funktioniert die Argumentation dieser Leute. Mal sehen, wie lange solche Methoden noch stechen. Ich halte meinen Hauptpunkt für bewiesen; Gensler im Übrigen Zeile für Zeile zu widerlegen, ist die Mühe nicht wert.

Es wird nämlich immer Leute geben, die ihm Recht geben. Die Methode ist durchsichtig genug, und dennoch hat er, wie auch Klaue, eine fanatische Leserschaft unter der studierenden Jugend. Warum in diesem Milieu eine derartig unaufrichtige Art der Argumentation immer in Kurs steht, darüber werden wir ein andermal reden müssen; mit Blick auf den vorliegenden Fall, weil er so schön instruktiv ist; aber auch mit Blick auf den ganzen Hegel-Marxismus, der die „Zerstörung der Vernunft“ erst möglich gemacht hat; auf 40 dürre Jahre, die man „die Postmoderne“ nennt, und den Beitrag eines anti-materialistisch gewendeten Marxismus dazu; und ganz sicher auch darauf, was die heutige Art der Hochschulbildung mit alle dem zu tun hat, in welcher Leute wie Gensler und seine Fans so prächtig gedeihen.

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Thier 12 (oder so) in Druck

Fürchtet euch nicht. Es wird sehr gut!

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5.11. Berlin: Ideolotterie Spezial mit Hannah Wettig: Anti-Feminismus

Von unseren Freund/inn/en von Zweifel und Diskurs:

Nicht nur der neuen Rechten liegen Fragen zur Familie am Herzen. „Familienpolitik ist Bevölkerungspolitik“ wusste Frauke Petry schon zu Beginn ihrer politischen Karriere. Den AFD-Mitgliedern ist internen Umfragen zufolge dieses Thema besonders wichtig. Diese Betonung von „klassischen“ Familien- und Geschlechterbildern ist nicht von dieser Partei erfunden, beschränkt sich nicht auf deren Anhängerinnen und Anhänger, sondern findet sich allerorts.

„Allerorts“ heißt oftmals: während Gesprächen im Betrieb, der Familie, der Schule oder im Sportverein – also durch Statements, mit denen wir konfrontiert sind, wenn wir es wagen, über selbstbestimmtes Leben zu sprechen. Und auch ein vermeintlicher Witz mit sexistischem Inhalt kann mehr über ein aktuell erstarkendes Weltbild aussagen, als dem Scherzkeks lieb ist.Nicht auf alle dieser Bemerkungen lässt sich eine Entgegnung spontan hervorbringen. Die Ideolotterie soll nun ein Forum zu bieten, um gemeinsam solche zunächst überfordernden Aussagen zu diskutieren. Hierfür sammeln wir Statements aus eurer Erfahrung auf Zetteln in einer Lottokugel. Eine Referentin versucht, zufällig gezogenen Aussagen pointiert entgegenzutreten. Darüber hinaus kann diskutiert werden, wie die thematisierten Aussagen überhaupt als Ideologie funktionieren können und welche Bedürfnisse hinter ihnen stehen könnten.

Referentin für die Veranstaltung ist die Sozialwissenschaftlerin und Arabistin Hannah Wettig. Sie berichtet als Journalistin seit 20 Jahren aus der arabischen Region mit Fokus auf die Situation von Frauen, ist Projektleiterin bei der Hilfsorganisation WADI und engagiert sich in der Initiative „Adopt a Revolution – den syrischen Frühling unterstützen“. Sie schreibt u.a. für Jungle World, Emma, Analyse & Kritik oder iz3w, oftmals zu den Themen Feminismus und Kulturrelativismus.

Wer nicht weiss, was Ideolotterie ist, kann es sich da ruhig mal anschauen.

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Ein Vorschlag zur Güte: Ukraine without BS

von Seepferd

Es ist der werten Leserschaft vielleicht aufgefallen, dass wir seit einiger Zeit nichts mehr zur Ukraine schreiben bzw. übersetzen. Das hat mehrere Gründe. Zum einen, ist es ganz einfach der Mangel an Zeit und Kraft; zum anderen kommt uns seltener was unter die Augen, was einer Veröffentlichung wert wäre. Es passiert dort natürlich die ganze Zeit was, jedoch wirklich „neu“ ist das nicht. Es ist eher eine Entfaltung dessen, was wir irgendwann mal im Frühling 2014 als „vorläufig“ und als damals schon „verspätet“ zusammenfassten.

Doch das Interesse des Publikums scheint immens zu sein. Redet man vor Leuten über klerikal-faschistische Tendenzen in Russland oder soziale Proteste in Belarus, kommt es früher oder später doch noch zu Fragen wie „Kämpfen da nicht die Nazis auf der ukrainischen Seite?“ oder „Was ist eigentlich aus den Linken geworden, die mit Nazis zusammen den Maidan unterstützt hatten?“ Ja, die Fragen sind tatsächlich spannend. Will man es tatsächlich wissen, oder tut man nur so? Die Antifa-Recherche versagt bekanntlich nie. Es ist wie mit vermeintlichen Nazi-Dönern irgendwo im Berliner Weitlingkiez, die angeblich 8,88€ kosten, weil`s halt Nazi-Döner seien.

Nun, was ist eigentlich aus den Linken geworden, die damit geprahlt haben, die „sozialistischen“ Volksrepubliken im Osten des Landes finanziell und PR-technisch unterstützt zu haben, für die die Rote Hilfe mal großzügig Spenden gesammelt hat? In periodischen Abständen reisen die Leute zu irgendwelchen Rosa-Luxemburg-Konferenzen an und kacken euch ins Hirn. Was ist aus durchaus angesehenen russischen Anarchisten geworden, die für den Krieg, den ihr Staat gegen die Ukraine führt, nur ein uraltes Eiapopeia übrig haben, sie würden keine Staaten kennen? Richtig, sie werden von Graswurzelrevolution hofiert und ausgerechnet zur Ukraine interviewt. Weil es drüben bekanntlich niemand gibt, der oder die zu obigen Fragen was sagen könnte. Aber keine Sorge, wir lassen noch die Leute für sich sprechen, wenn das Interesse doch so groß ist.

Bevor es aber soweit ist, haben wir für euch, ihr kleinen geilen Ignoranten und Ignorantinnen was Passendes ausgesucht: einen guten Blog, der hauptsächlich von Russland handelt, aber ab und zu kluge Sachen über die Ukraine schreibt. Also kann man unschuldig was über Russland lesen und insgeheim den Blog nach Infos über ukrainische Nazis, NATO, gestürzte Lenin-Denkmäler, die verbotene KPU ect. pp. mit zitternden verschwitzten Händchen abscrollen. Wie z.B. das hier:

The far right may be run by immoral criminals commanding ignorant football hooligans, but when their country was invaded and Ukrainians started dying, they stepped up and did something- they had just enough functioning braincells to figure that out. Where was the “left?” On many occasions they were on the wrong side of the barricades, either backing the invader or playing down the threat- which in fact only amounts to allying with a far right, reactionary regime which has far more resources and power. I’ve had conversations with some of these figures who keep demanding peace, acting like both sides are equally guilty in this war, and refusing to acknowledge when I point out that it is Moscow, not Kyiv, who holds the key to peace. And I must confess sometimes I want to smack them, either because they do in fact have a pro-Kremin agenda or because they are so dense as to not notice they sound that way.

Gut, oder? Oder das:

The simple fact is that “no war but the class war,” is simply not applicable in Ukraine today. As I stated in the previous post, while Ukraine cannot hope to achieve victory over Russian imperialism before solving its own problem with capitalism, it also cannot solve its capitalist problem without first resisting Russian imperialism. (…)

So to reiterate- there can be no successful leftist movement in Ukraine that doesn’t first and foremost call out Russian imperialism as the main danger to Ukraine’s working class. Calls for “peace” aimed at Kyiv, which has no power to deliver it, and “no war but the class war” simply do not work in a scenario where a reactionary colonialist, imperialist power is physically invading the country and interfering in its politics on a large scale. In the Jacobin article, the authors suggested that Ukraine’s “patriots” and far right mercilessly attack anyone who suggests there are any conflicts in Ukraine besides the external one with Russia, but this is simply a lie.

Oder das hier:

Ukrainians like to make a big deal of overthrowing a dictatorship via Maidan, but they never had to go up against a system like Putin’s- a unified dictatorship with a single purpose. Ukraine has been ruled by competing clans, which makes struggle a lot easier because your interests can align with those of other powerful groups. One should also note that Viktor Yanukovych had a place to run to. Putin does not, and I’m quite confident that if he were facing a Maidan-style revolution he’d unleash far more than snipers on his own people. Hell, Putin’s predecessor Yeltsin did exactly that.

Der Autor ist ein US-amerikanischer Linker, der die letzten 11 oder 12 Jahre in Russland und eine Weile in der Ukraine gelebt hat. Er meint zwar, die ukrainische Linke in Sachen „marxistische Analyse“ belehren zu müssen, nimmt manchmal die antizionistische Postille „Jacobin“ auseinander und scheint banale Dinge recht verständlich darzustellen, die manchen deutsch-linken Journalisten, die von jungle world bis zu GWR überall hinpassen, nicht in den Kopf gehen. Der sei euch wärmstens empfohlen, ihr kleinen geilen Ignorantinnen und Ignoranten.

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Eine Angelegenheit, zwei Aspekte

Paul Manafort, Trump-Berater und Wahlkampfleiter mit Kontakten zu Putin,
ist offenbar in Polizeigewahrsam. Gegen ihn wird in der Angelegenheit russischer Einflussnahme auf die US-Wahlen ermittelt, und

he received more than $12 million in undisclosed payments from Viktor F. Yanukovych, the former Ukrainian president and a pro-Russia politician. Mr. Manafort spent years as a political consultant for Mr. Yanukovych.

Derselbe Manafort von Black Manafort Stone. Stone übrigens wie Roger Stone, über den es neuerdings eine Doku gibt, die wahrscheinlich sehr schmeichelhaft ist, weil er ihren Namen für seinen Twitter-Fake-Account genommen hat. Den er jetzt nutzt, weil er geschafft hat, von Twitter zu fliegen.

Der zwielichtige Manafort aber ist natürlich von Barzani angeheuert worden, um in Washington für das Unabhängigkeitsreferendum zu werben. Dummheit oder Pech? Muss man sich wundern, dass die irakisch-kurdische Autonomiebehörde in 5 Tagen 40% ihres Gebiets verliert bis zu ihrer völligen Abschneidung vom äusseren Handel? Und zwar ohne dass die USA, so great again sie jetzt ist, einen Finger gerührt hätte.

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Währenddessen in Würzburg

Besorgte Bürger, die sich nicht gerne Nazis nennen lassen wollen, sondern lieber Soldiers of Odin Division Bayern, veranstalten in Würzburg neuerdings Patrouillen.

Es wäre sehr darauf zu achten, wie sich das entwickelt.

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Infowars.com

Vor zehn Jahren hatten wir hier zuerst mit Leuten zu tun, deren Catchword „Infokrieg“ war. Das waren, wenn man so sagen kann, unabhängige Antisemiten. 9/11-Truthers und alles. Am Anfang des Grossen Thieres hatte wir unter genau diesen Leuten

ein drittes Lager von Antisemiten … neben den Nationalsozialisten und den antiimperialistischen Linken

ausgemacht. Was man damals nicht wusste, weiss man heute. Zum Überfluss. Dieser Partei ist es gelungen, einen Kandidaten zum US-Präsidenten wählen zu lassen.

https://www.youtube.com/watch?v=FJqLAleEnKw

Ist es jetzt zu früh, die Worte von Joseph Roth zu zitieren? „Es ist gelungen, die Barbarei
regieren zu lassen. Machen Sie sich keine Illusionen. Die Hölle regiert.“ Zu früh? Kann ja sein. Als Roth es sagte, war es zu spät.

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„…the craziest son of a bitch in the race“

Überraschende Einsicht von einem, der es wissen muss und komischerweise auch weiss:

„All this time,“ Massie explained, „I thought they were voting for libertarian Republicans. But after some soul searching I realized when they voted for Rand and Ron and me in these primaries, they weren’t voting for libertarian ideas — they were voting for the craziest son of a bitch in the race. And Donald Trump won best in class, as we had up until he came along.“

Anzuwenden auf die meisten dieser Wahlen?

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Halle: Offener Brief Oury Jalloh

Offener Brief mehrer Gruppen aus Halle wegen der skandalösen Einstellung der Ermittlungen im Fall Oury Jalloh:

wir … fordern … die Wiedereröffnung des Ermittlungsverfahrens im Todesfall Oury Jalloh. Am 7. Januar 2005 ist Oury Jalloh in der Zelle Nr. 5 der Dessauer Polizeistation verbrannt. Zwölf Jahre später wurden die Ermittlungen in diesem Fall an die Staatsanwaltschaft Halle übertragen. Zwölf Jahre, in denen die Ermittlungen in Dessau verschleppt wurden, Polizisten absichtlich Gerichtsprozesse torpedierten und die Proteste laufend kriminalisiert wurden. Selbst der damalige Vorsitzende Richter Manfred Steinhoff sagte 2008 über den Prozess gegen die beschuldigten Polizeibeamten: „Dieses Verfahren ist gescheitert. Das, was hier geboten wurde, war kein Rechtsstaat mehr …

Der offene Brief kann auf der verlinkten Seite unterzeichnet werden!

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Neues Heft

Gerüchteweise hört man, dass bald ein neues Heft in Druck gehen könnte! Freuen Sie sich schon?
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Bitte ausdrucken, ausfüllen und abschicken! Sie können tolle Preise gewinnen.

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